1. Empfinde dich selbst als das Zentrum Deines eigenen Universums.
„Ich bin das Feuer, das in jedem Menschenherzen brennt, und im Kern eines jeden
Sterns.“
2. Entdecke die Natur und die Kräfte deines eigenen Seins.
Dies schließt alles ein, was ist oder was für Dich möglich sein kann; und Du
mußt alles genauso akzeptieren, wie es in sich selbst ist, als einen der Faktoren,
welche Dein Wahres Selbst ausmachen. Dieses Wahre Selbst schließt letztendlich
alle Dinge, welche auch immer, mit ein; seine Entdeckung ist Initiation (die
Reise nach innen) und wie seine Natur in ständiger Bewegung ist, sollte es nicht
als statisch, sondern als dynamisch verstanden werden, nicht als Substantiv,
sondern als Verb.
3. Entwickle in angemessener Harmonie und im richtigen Verhältnis jede Fähigkeit,
die du besitzt.
„Weisheit sagt: sei stark!“
„Doch übertriff! übertriff!“
„Sei stark, oh Mensch! begehre, genieße alle Dinge der Sinne und Wonne; fürchte
nicht, daß irgendein Gott dich deshalb verleugne.“
4. Denke über Deine eigene Natur nach.
Erwäge jedes Element daraus, auf zweierlei Arten, sowohl getrennt von, als auch
in Beziehung zu allem anderen, um exakt das wahre Ziel der Totalität Deines
Seins zu beurteilen.
5. Finde die Formel dieses Ziels, oder des „Wahren Willen“, in einem möglichst
einfachen Ausdruck.
Versuche klar zu erkennen, wie die Energien, die Du kontrollierst, am besten
zu beeinflussen sind, um die Resultate zu erhalten, die aufgrund ihrer Beziehungen
zu dem Teil des Universums, den Du noch nicht kontrollierst, am geeignetsten
sind.
6. Steigere die Herrschaft des Bewußtseins und seine Kontrolle aller Kräfte,
die ihm fremd sind, bis zum Äußersten.
Tue dies durch die immer strengere und geschicktere Anwendung Deiner Fähigkeiten
hin zu der feineren, klareren, volleren und genaueren Wahrnehmung, dem besseren
Verstehen und der weiser geordneten Herrschaft dieses äußeren Universums.
7. Erlaube es dem Denken oder Willen irgendeines anderen niemals, Deinen eigenen
Willen zu behindern.
Sei beständig mit unüberwindlichem Eifer und der Heftigkeit unlöschbarer Leidenschaft
wachsam darin, jeden Versuch irgendeines anderen Wesens übelzunehmen, oder auf
der Hut, ihm zu widerstehen, Dich auf andere Weise zu beeinflussen als durch
Beisteuerung neuer Tatsachen zu Deiner Erfahrung des Universums, oder dadurch,
daß es Dich darin unterstützt, eine höhere Synthese der Wahrheit zu erlangen,
mittels der Methode leidenschaftlicher Verschmelzung.
8. Unterdrücke oder behindere nicht irgendeinen wahren Instinkt Deiner Natur;
jedoch widme alles in Perfektion dem alleinigen Dienst Deines einen Wahren Willens.
„Seid stattlich deshalb“
„Das Wort der Sünde ist Begrenzung. O Mann! Weise dein Weib nicht zurück, wenn
sie will! O Liebhaber, wenn du willst, scheide! Es gibt kein Band, das die Getrennten
zu vereinen mag, außer der Liebe: alles andere ist ein Fluch. Verflucht! Verflucht
sei es auf die Äonen! Hölle.“
„So mit all deinem; Du hast kein Recht, außer deinen Willen zu tun. Tu dies,
und keiner soll nein sagen. Denn reiner Wille, unbefleckt von Zweck, erlöst
vom Gelüst nach Ergebnis, ist in jeder Weise vollkommen.“
„Güter sollt ihr euch zusammentragen und vielerlei Frauen und Gewürze; prachtvolle
Juwelen sollt ihr tragen; die Völker der Erde sollt ihr an Pracht & Stolz
übertreffen; aber immer in der Liebe zu mir, und auf diese Weise sollt ihr zu
meiner Freude gelangen.“
9. Frohlocke!
„Bedenkt ihr alle, daß Dasein reine Freude ist; daß all die Sorgen nichts als
Schatten sind; sie ziehen vorbei & sind getan, aber da ist das, was bleibt.“
„Ihr aber, o mein Volk, erhebt euch & erwachet! Die Rituale mögen recht
ausgeführt sein mit Freude und Schönheit! [...] Ein Fest für das Feuer und ein
Fest für das Wasser; ein Fest für das Leben, und ein größeres Fest für den Tod!
Ein Fest jeden Tag in euren Herzen in der Freude meiner Wonne! Ein Fest jede
Nacht für Nu, und den Sinnengenuß der höchsten Wonne! Ja! Feiert! Frohlockt!
Es gibt keinen Schrecken danach. Die Auflösung geschieht darin, und ewige Ekstase
in den Küssen von Nu.“
„Jetzt frohlocke! jetzt komm in unsere Pracht & Wonne! Komm in unseren leidenschaftlichen
Frieden, & schreib süße Worte für die Könige!“
„Erbebe mit der Freude über Leben & Tod! Ah! dein Tod wird köstlich sein:
wer immer ihn schaut, wird glücklich sein. Dein Tod soll das Siegel des Gelöbnisses
unserer uralten Liebe sein. Komm! Erhebe dein Herz und frohlocke!“
„Soll ein Gott in einem Hunde leben? Nein! Nur die höchsten sind von uns. Frohlocken
werden sie, unsere Auserwählten: wer trauert, ist nicht von uns. Schönheit und
Stärke, perlendes Lachen und köstliches Ermatten, Kraft und Feuer, gehören zu
uns.“
1. „Liebe ist das Gesetz, Liebe unter Willen.“
Vereinige Dich leidenschaftlich mit jeder anderen Form von Bewußtsein, so das
Gefühl des Getrenntseins von dem Ganzen zerstörend und eine neue Basislinie
im Universum schaffend, von welcher es zu messen ist.
2. „Als Brüder kämpft!“
„Wenn er ein König ist, kannst du ihn nicht verletzen.“
Die Unterschiede zwischen zwei Gesichtspunkten ins Auge springend herauszustellen,
ist für beide notwendig, um die Position eines jeden innerhalb des Ganzen zu
bemessen. Kampf stimuliert die männliche und kreative Energie; und, wie die
Liebe, von welcher er eine Form ist, steigert er den Geist zu einem Orgasmus,
welcher befähigt, seinen rationalen Stumpfsinn zu transzendieren.
3. Halte Abstand von allen Beeinträchtigungen anderer Willen.
„Gebt acht, daß nicht einer den anderen zwinge, König gegen König!“
(Die Liebe und der Krieg in den vorangegangenen Bestimmungen sind von der Natur
des Sports, wo man den Gegner respektiert und von ihm lernt, aber sich niemals
außerhalb des Spiels mit ihm einläßt.) Zu versuchen, jemand anderen zu dominieren
oder zu beeinflussen, heißt, zu versuchen, ihn zu deformieren oder zu zerstören;
und er ist ein notwendiger Teil seines eigenen Universums, das heißt, seiner
selbst.
4. Versuche, so Du es willst, einen anderen zu belehren, sollte sich die Notwendigkeit
ergeben.
Dies sollte immer dann mit dem strengen Respekt für das Verhalten eines guten
Sportsmannes getan werden, wenn jener durch das Versäumnis, sich selbst klar
zu verstehen, in Not ist, besonders wenn er ausdrücklich nach Hilfe verlangt.
(Ebenso mag seine Dunkelheit als Warnung dienen oder Interesse erwecken.) Es
ist ebenfalls erlaubt, wenn seine Ignoranz dazu geführt hat, sich in den Willen
eines anderen einzumischen. Jede Einmischung ist in jedem Fall gefährlich, und
verlangt durch Übungen erworbene Erfahrung in extremer Geschicklichkeit und
gutem Urteilsvermögen. Einen anderen zu beeinflussen heißt, die eigene Zitadelle
unbewacht zu lassen; und der Versuch endet gewöhnlich im Verlust der eigenen
Souveränität.
5. Achte alle!
„Jeder Mann und jede Frau ist ein Stern.“
„Erbarmen laßt beiseite: verdammt die, die Mitleid haben!“
„Nichts haben wir gemein mit den Ausgestoßenen und den Jämmerlichen: Sollen
sie in ihrem Elend sterben. Denn sie fühlen nicht. Mitleid ist das Laster der
Könige: tretet nieder die Jämmerlichen & die Schwachen: dies ist das Gesetz
der Starken: dies ist unser Gesetz und die Freude der Welt. Denke nicht nach,
oh König, über diese Lüge: Daß Du Sterben Mußt: wahrlich, nicht sterben wirst
du, sondern leben. Also muß es verstanden sein: Wenn der Leib des Königs vergeht,
wird er in reiner Ekstase in alle Ewigkeit bestehen. Nuit! Hadit! Ra-Hoor-Khuit!
Die Sonne, Stärke & Sicht, Licht; diese sind für die Diener des Sterns &
der Schlange.“
Jedes Wesen ist, genau wie Du es bist, das alleinige Zentrum eines Universums,
in keiner Weise identisch mit, oder auch nur ähnlich, Deinem eigenen. Das unpersönliche
Universum der „Natur“ ist nur eine beinahe wahre Abstraktion der Faktoren, die
dazu geeignet sind, als gemeinsam für alle angesehen zu werden. Das Universum
eines anderen ist daher unbekannt für Dich, und unerkannt von Dir; aber es löst
Energieströme in dem Deinigen aus, indem es teilweise Deine Reaktionen bestimmt.
Behandle Männer und Frauen deshalb mit dem absoluten Respekt, der den unverletzlichen
Maßstäben der Wertschätzung angemessen ist; verifiziere Deine eigenen Beobachtungen
durch Vergleich mit entsprechenden Beurteilungen, die von ihnen getroffenen
wurden; und, indem Du die Methoden studierst, die ihr Fehlschlagen oder ihren
Erfolg bestimmen, erlange für Dich selbst die Weisheit und Geschicklichkeit,
die erforderlich ist, Deine eigenen Probleme zu lösen.
1. Etabliere das Gesetz von Thelema als einzige Basis des Verhaltens
Die allgemeine Wohlfahrt des Menschengeschlechts ist in vielerlei Hinsicht für
Deine eigene notwendig, wobei allgemeines Wohlergehen, wie Dein eigenes, prinzipiell
eine Funktion der intelligenten und weisen Einhaltung des Gesetzes von Thelema
ist. Es ist daher von allererster Wichtigkeit für Dich, daß jedes Individuum
frei das Gesetz annehmen und sich selbst strikt leiten sollte in voller Übereinstimmung
damit.
Du solltest die Etablierung des Gesetzes von Thelema als ein essentielles Element
Deines Wahren Willens ansehen, bis, was immer die endgültige Natur dieses Willens
ist, die offensichtliche Bedingung, ihn zur Ausführung zu bringen, Freiheit
von äußerer Einmischung ist.
Regierungen legen oft die kläglichste Stupidität an den Tag, wie aufgeklärt
auch immer die Menschen sein mögen, die sie zusammengestellt und konstituiert
haben, oder die Leute, deren Bestimmung sie lenken. Es obliegt deshalb jedem
Mann und jeder Frau, die geeigneten Schritte zu unternehmen, um die Revisionen
aller existierenden Statuten auf der Basis des Gesetzes von Thelema zu bewirken.
Da dieses Gesetz ein Gesetz der Freiheit ist, muß das Ziel der Gesetzgebung
sein, für jedes Individuum im Staat die umfassendste Freiheit zu sichern, bei
Vermeidung der vermessenen Annahme, daß jedes gegebene positive Ideal es wert
ist, erhalten zu werden.
„Das Wort der Sünde ist Begrenzung.“
Das Wesen des Verbrechens ist, daß es die Freiheit des verletzten Menschen einschränkt.
(So beschränkt Mord sein Recht auf Leben; Raub sein Recht, die Früchte seiner
Arbeit zu genießen; Geldfälschung sein Recht. in Sicherheit Handel zu treiben,
welches ihm der Staat garantiert; etc.) Es ist somit die allgemeine Pflicht,
durch Absonderung des Kriminellen und durch Drohung der Inhaftierung, Verbrechen
zu verhüten, und ebenso den Kriminellen durch Analyse seiner Handlung zu belehren,
daß diese im Gegensatz zu seinem eigenen Wahren Willen steht. (Dies mag oft
dadurch ergänzt werden, daß man ihm das Recht wegnimmt, das er anderen streitig
gemacht hat; so durch Ächtung des Diebes, so daß er, aus dem Staatsbezirk entfernt,
beständig die Angst um die Sicherheit seines eigenen Besitzes spürt.) Diese
Regelung ist ganz einfach. Der, der irgendein Recht verletzt hat, erklärt magisch,
daß es nicht existiert; deshalb tut es dies auch nicht länger, für ihn.
Da Verbrechen eine direkte spirituelle Vergewaltigung des Gesetzes von Thelema
ist, sollte es in der Gemeinschaft nicht toleriert werden. Diejenigen, die diesen
Instinkt besitzen, sollten in einer Siedlung abgesondert werden, wo sie einen
Staat mit ihresgleichen bilden, um die Notwendigkeit, Gesetzesregeln aufzustellen
und einzuhalten, an sich selbst zu lernen.
Alle künstlichen Verbrechen sollten abgeschafft werden. Wenn phantastische Beschränkungen
verschwinden, lehrt die größere Freiheit des individuellen Willens diesen selbst,
Handlungen zu vermeiden, die wirklich natürliche Rechte beschränken. So wird
tatsächliches Verbrechen dramatisch vermindert.
Die Verwaltung des Gesetzes sollte dadurch vereinfacht werden, daß diejenigen
Menschen in Aufrichtigkeit und Diskretion trainiert werden, deren Wille es ist,
diese Funktion in der Gemeinschaft zu erfüllen: über alle Beschwerden durch
das abstrakte Prinzip des Gesetzes von Thelema zu entscheiden, und auf der Basis
der von dem Angreifer verursachten aktuellen Beschränkung das Urteil zu fällen.
Das endgültige Ziel ist es deshalb, das Bewußtsein unter Zuhilfenahme wahrhaft
wissenschaftlicher Prinzipien wieder völlig herzustellen, als Wächter über das
Verhalten, das die Menschen an den Tag legen, und als Garantie für die Herrschenden.