Nach dem Fall
Eine Seite aus dem Buch des Engels, der alles aufzeichnet
von Aleister Crowley
Adam war zum Euphrat hinuntergegangen, zum Frühsport mit dem Ictyosaurus. Am
Tag vorher hatte er überhaupt kein Glück mit einer ziemlich dicken Fliege (pterodactyle
Flügel und Engelsfüße) und fischte so lange mit seiner Angel herum, bis er die
Stelle als überfischt aufgab. Er hätte besser zu Hause bleiben sollen, dachte
er, und hielt aufmerksam Ausschau nach der Schlange.
Dies ist, was zu Hause während seiner Abwesenheit passierte.
Eva hatte ihr Tagwerk vollbracht und räkelte sich mit ihrem maßangefertigten,
pelzbesetzten Kleid in der Sonne (Feigenblätter tagsüber waren völlig außer
Mode und wurden nur als Abendkleider getragen). Sie meditierte über die seltsamen
Dinge vom vergangenen Abend. "Dummes Ding das, von Adam," so sprach sie zu sich
selbst, "gerade, als ich mich wohl fühlte, wurde es krank und kollabierte, und
es brauchte zehn Minuten um es wieder hochzubringen. Nun, ich hätte die ganze
Nacht so weiter machen können, ohne diese Unterbrechungen! Und dieser alte Idiot
sagt, es ermüdet ihn und er kann heute nicht arbeiten weil sein Rücken weh tut.
Und dann geht er fischen. Fischen! Ich werde ihm was zu fischen geben, wenn
er nach Hause kommt. Ich glaube, er geht um die alte Löwin zu sehen, für die
er in den alten Tagen schwärmte. Sie war gestern so gemein zu uns - so wie es
jetzt alle Tiere sind seid wir den Apfel aßen, über den Herr Gott so gemeckert
hat. Die Schlange ist immer noch wie ein Gentleman, na klar. Er sei auf die
selbe Grundschule gegangen wie Herr Gott, sagt er. Ich bin sicher, er hat bessere
Manieren. Der alte Schuft! Mir von Reisen und Arbeit und all dem blöden Zeugs
zu erzählen - nebenbei, ein wirklich netter Gott würde seine Kaschemmenwitze
für sich behalten. Und dieser Wüstling machte noch nicht einmal Liebe. Ich werde
eines Tages mit ihm gleich ziehen. Ich wünschte, dieses Loch würde nicht so
jucken. Reiben ist nicht so gut - oh! es wird besser wenn ich stark reibe. Da!
Es fängt wieder an, wo ich fertig bin. Ich will jetzt stärker reiben. Ah! Adam!
Adam! - Ha! Ich wünschte, ich wäre mit Adam zusammen - Oh, wie schön!" Und sie
gab ein süßes kleines Seufzen von sich.
"Entschuldigt bitte mein Eindringen, Herzogin," sagte eine neue Stimme, in der
wohlbekannten Art, die für Diplomaten so typisch ist. "Aber es ist der dritte
Mittwoch, nicht wahr?"
"Mein lieber Prinz, wie schön, daß ihr gekommen seid. Ich hoffte, jemand würde
vorbei schauen um mich ein wenig aufzuheitern. Dein Erscheinen hat mich allerdings
überrascht."
"Ah! Herzogin, du bist schöner als sonst."
"Böser Mann -"
"Ja, und du verdienst einen besseren Ehemann."
"Adam ist so gut wie - -"
"Aber seine schwache Gesundheit. Er hatt einen Schnupfen, seit er Eden verließ.
Dieses Klima ist so schrecklich unbeständig."
"Ja, er ist nicht sehr stark, der arme Mann."
"Er wird sehr schnell müde."
"Ja.", seufzte sie.
"Ich sehe, daß du dein Bestes getan hast, um seinen Platz zu versorgen." Denn
Eva hatte ihre Position während des Gespräches nicht verändert - und ihre feuchten
Finger spielten immer noch in ihrem goldenen Haar.
"Oh! Das wollte ich nicht."
"Ah! Herzogin, wie schade - und welche Überraschung!"
"Ja, so habe ich mich gerade gefühlt. Aber wirklich, Prinz, du bist genauso
inquisitorisch wie der unhöfliche alte Herr Gott."
"Habe ich dich beleidigt?"
"Wie könntest du? Wie könnte ich dir jemals dein Flunkern über den Apfel zurückzahlen?"
"Ich muß mich wirklich dafür entschuldigen, indirekt der Grund für des alten
Querkopfes Frechheit war."
"Nichts da. Ich bin voller Dankbarkeit."
"Nur halbvoll des Dankes, Herzogin."
"?"
"Weil du nur das halbe Geheimnis besitzt."
"Und die andere Hälfte ist?"
"Naseweis."
"Du Liebling, erzähl es mir sofort."
"Willst du mich küssen?"
"Dich küssen - komm her - Satan!"
"Eva!"
Und seine geschmeidigen Windungen rollten über ihren nackten Körper, seine gespaltene
Zunge schlüpfte zwischen ihre weißen Zähne und sein delikater Schaum machte
ihre Zunge verrückt. Sie berührte ihren zarten Gaumen und unterließ es, in ihre
zierlichen Nasenlöcher einzudringen. Ganz ein hüllte er sie in seine weichen
grünen Falten und ihre zärtlichen Berührungen wärmten ihr Blut, welches vor
Liebe zu ihm erbebte, kalt und schleimig, umarmte ihren Busen und ihre verlangenden
Hüften. Und schon drang sein Schwanz in ihre halbgeöffnete Quelle und kitzelte
sanft die rosa Zunge der Liebe, die nun anschwoll und voller Erregung steif
wurde. Eva brach in heißen, faulen Schweiß aus. "Satan! Ich liebe dich! Wenn
Adam mich küßt ist er so heiß und schwer; er erstickt mich! Du erhebst mich,
du hälst mich, du - Ah!" Der Schwanz gab einen bestimmten Stoß, und die schwitzende
Frau keuchte vor Lust. "Meine Königin!" "Satan!" Die liebestolle Schlange entfernte
ihre Windungen von ihren Brüsten. "Liebst du mich nicht?" "Ich werde dich eine
Liebe lehren, von der dein Adam nicht zu träumen vermag!" Und sein Kopf suchte
die dunkle Heimat ihrer Wünsche, während er den allerzärtlichsten Teil seines
gierigen Körpers zwischen ihre roten Lippen presste. Sie gab sich seinen Wünschen
hin und ließ sich mit Entzücken in die neuen Laster fallen. Wieder und wieder
überschwemmte sie ihn mit Liebestropfen, und der warme Dampf ihrer Körper stieg
in die Höhe, ein delikater Strom, bis sich sein Haupt zurückzog, schäumend,
und wieder über ihre dampfenden Lippen herfiel um geile Küsse zu lecken und
sanft ihre zarten Augenlider anknabberten, als sie ihren Mund wieder zu dem
liebenden Objekt wandte.
Plötzlich hörte man von weit entfernt einen Ruf, und aufspringend sah Satan
Adam mit der Beute heimkehren. Er war jetzt zu nahe, als daß er hätte fliehen
können. Eva, mit raschem Frauenwitz, sammelte ihre Felle um sich und kauerte
vor dem Holzfeuer, versuchte nonchalant auszusehen, während Satan seine Windungen
unter ihrem Rock verbarg. Die Flamme leuchtete auf als sie ihr Nahrung gab,
und Adam grüßte freudig seine Gefährtin mit einer herablassenden Geste, von
der er, wie alle Männer glaubte, sie annehmen zu müssen, um seine soziale, physische
und intellektuelle Überlegenheit darzustellen. Sie nahm sie mit all der Gefügigkeit
an, welche eine untreue Frau vorsichtigerweise annehmen sollte. Aber sie war
in keiner Weise so ruhig, wie ihre Gelassenheit den Anschein erweckte. Ihr Schlangen-Geliebter
benutzte böse den Vorteil ihrer Verwirrung und attackierte sie in zwei Plätzen
zu gleicher Zeit - ihre abgetragenen Passionen wurden fürchterlich erregt, und
sie war sich nicht sicher, ob sie ihre Balance in diesem wichtigen Moment würde
halten können. Und Satan wagte sich schrecklich weit vor. Hoch und höher wandt
er sich, und der Mund ihres Schoßes verschloß und öffnete sich spasmisch. Er
drang weiter und tiefer ein, und zu guter Letzt, mit einem konvulsiven schlängeln,
verschwand er gänzlich im Tempel der Liebe, genau in dem Moment, als Eva in
einem starken Erschauern ihrem unterdrückten Wunsch Ausdruck verlieh und ohnmächtig
zu Boden fiel. Adam war alarmiert. Vielleicht wüteten einige Stückchen von Mastodonhufen
in ihr herum, aber Eva's Felle waren von ihr wieder herunter gerutscht und Adam
vermutete den Grund ihres hübschen Frauenabenteuers. "Ich denke jetzt," bemerkte
er, mit zu entschuldigendem Stolz, "daß sie mich sah - oder war es der Geruch?
Ich werde ein Buch darüber schreiben und mal ein wenig darüber nachdenken. Armes
Mädchen! Ich glaube, sie ist nicht mehr fit genug, um heute Nacht zu arbeiten.
Die Löwin leckte für gewöhnlich mit einem ganz bestimmten Effekt, erinnere ich
mich. Kann Eva nicht danach fragen, fürchte ich. Ich würde sie entwürdigen,
bin ich sicher. Ich muß versuchen, sie auf meinen Level zu heben als daß - Verflucht
sei das Kartoffelfeld! Es muß morgen umgegraben werden, und ich habe bloß noch
die alte Feuersteinschaufel. Ein Mann in Herr Gottes Position - Abgeordneter,
Stütze der Gesellschaft, und all das - sollte eine Eisenschaufel haben - dies
ist der einzige Planet im Umkreis von Billionen Kilometern, wo die Wissenschaft
nicht hingekommen ist, wie es der junge Prinz ausdrückt - glaube nicht, daß
er ein richtiger Prinz ist, obwohl - nahm all die Flüche einfach wie ein Lamm
- sagt, daß es unter seiner Würde ist, zurück zu schlagen. Ich hätte wohl den
Nerv, ihm einen Strafprozess anzuhängen. Hab ihm auch gedroht wegen Eva's Kind,
daß ich seinen Kopf an die Wand klatschen würde." Aber an diesem Punkt begann
laut ein herumstreichendes Megatherium zu klagen und Adam griff flugs zu einer
Schlinge und versuchte es, zu vertreiben. Eva verlor keine Zeit, heftig auf
ihren Bauch zu schlagen. "Zeit, aufzustehen, Sir. Ich bringe Ihnen heißes Wasser
in einer Minute!" Satan wachte auf, keine Lust auf Wasser, ob heiß oder anders,
außer mit einer ansehnlichen Portion von Mammon's altem Highland Hell-Fire (Whisky),
kletterte herab, steckte seinen Kopf heraus und fragte, was zum Teufel das Klopfen
bedeuten solle. "Verschwinde, Liebster, Adam ist für eine Stunde fort, schnell,
und tu mir nicht weh." "Nein, Eva, ich will die Nacht mit dir verbringen." "Aber
Adam?" "Laß ihn auch dabei sein." "Nein, er wird alles entdecken. Ich hätte
lieber einen anderen Plan." "Mein Plan ist notwendig - du kennst bis jetzt nicht
alle Geheimnisse." Und mit einem zärtlichen Schnippen an die Klitoris, als er
vorbei kam, entschwand Satan in sein behagliches Versteck.
Adam kehrte bald siegreich von seinem Streifzug nach Hause, und war sehr froh,
seine Felle beiseite zu legen und lechzte nach den Umarmungen seiner Gefährtin.
Jegliche Zweifel, die er noch hatte, wurden schnell durch Eva zerstreut, deren
Masse an lohfarbigem Haar über seinen Hüften lag, während ihr kleiner roter
Mund ihn fortwährend erregte, um eine angemessene Steifheit hervor zu bringen.
Das war schnell geschafft, und sie wechselte hurtig die Position um ihn zu reiten
und ihre Hand führte ihn zur richtigen Öffnung. Der Tanz begann. Eva bewegte
ihren fetten Hintern so stark sie konnte und Adam assistierte so weit es ihm
seine Zwangslage ermöglichte. Der kritische Moment nahte und Flutwellen warmer
Flüssigkeiten mischten sich mit allem was um sie herum war. Aber Eva wollte
ihn nicht so schnell von sich lassen. Und in dem selben Moment gab Adam einen
Schmerzensschrei von sich: "Ich bin gebissen worden," rief er. "Dieses schreckliche
Palaeopulex," sagte Eva. "Nein, es ist in dir! Es schiebt mich raus! Steh auf!"
Und Eva sprang alarmiert auf, um Satan ruhig aus seiner Zitadelle auftauchen
zu sehen. Adam sprang nach seinem Knüppel. Aber als er ihn fassen konnte, hatte
sich die ganze Szene verändert. Die alte Schlangenhaut fiel zu Boden und Satan
stand da in seiner eigenen Gestalt, ein strahlender Geist. "Du hast mich gebissen,"
sagte Adam ärgerlich. "Aber zu deinem eigenen Besten! Gott verurteilte euch
zum Tode. Mein Biß hat euer Blut mit einem Gift erfüllt, welches des Todes Terror
hinweg nehmen und das ihn aber auch willkommen heißen wird!" "Wie wird dieses
Gift genannt?" fragte Eva. Und Satan antwortete: "Syphilis!"
Als er fortging, lachte er.
Gott mochte ihn nicht hören.
finis
Originally collected among Crowley's "Juvenalia" and published in "Snowdrops
from a Curate's Garden" [privately printed, 1904 e.v.]
Übersetzt von Sobek-Ra