DER RITUS DES JUPITER
DER RITUS DES JUPITER
Die Offiziere
des Tempels:
CENTRUM IN CENTRI TRIGONO, Schwarze Robe, Swastika.
[weiße Robe, Pantherfell, weiß-goldene Nemmyss / a.d.Ü.]
SPHINX,
Grüne Robe, Violine und Schwert.
HERMANUBIS Violette Robe, Caduceus.
}
TYPHON Rote Robe, Zweizack oder Schwert.
HEBE
Kelchträger und Tänzer, Weiße Roben.
GANYMED
Szene------Der Tempel repräsentiert das Glücksrad des Tarot.
Auf der Achse des Rades befindet sich der Altar; darauf sitzt C.I.C.T. Auf
dem Rand ist S. an der östlichen Speiche, H. an der nord-westlichen, T. an
der südwestlichen. HEBE und GANYMED sitzen zu Füßen von C.I.C.T. Im Westen
des Rades ist der Schleier.
Teil I
C.I.C.T.: -1-333.
SPHINX: -22-22.
HEBE rezitiert die Pisces-Sektion aus 963. [Siehe
Equinox Nr.III, Anhang.]
SPHINX: Bruder Hermanubis, rufe die Gäste
zu dem Bankett des Vaters der Götter!
HERMANUBIS: -4444. Bruder
Typhon, rufe die Gäste zu dem Bankett des Vaters der Götter!
TYPHON
zieht den Schleier beiseite, während
GANYMED mit seinem Tanz beginnt.
Gedämpftes Licht.
HERMANUBIS: Willkommen zu dem Bankett des Vaters
der Götter!
Bringt die Schalen des Trankopfers! Wird getan.
Seid ruhig und schweigsam! Denn wir sind hier im
Geheimen
zusammengekommen. Wisset, daß Saturn sich
getäuscht hat, indem er
einen schwarzen Stein
verschluckt hat, in dem Glauben, es sei sein
Sohn, das
Kind Jupiter. Aber Jupiter ist hier inthronisiert und
wird seinen Vater übertreffen. Hütet Euch, das
Schweigen zu
brechen - bis Jupiter zum kämpfen bereit ist!
TYPHON: Denjenigen
der spricht, werde ich offen erschlagen!
Eine lange Pause.
Teil II
C.I.C.T.: -1.
SPHINX: -1. HERMANUBIS: -1.
TYPHON: -1.
TYPHON: Heil sei Dir, Du großer Gott Hermanubis! Bist Du
nicht der Bote Jupiters?
HERMANUBIS: Heil sei Dir, Du großer Gott
Typhon!
Bist Du nicht der Vollstrecker seiner Vergeltung?
TYPHON:
Bruder Hermanubis, welche Stunde hat geschlagen?
HERMANUBIS: Mittag.
Bruder Typhon, an welchem Ort befinden wir uns?
TYPHON: Auf dem Gipfel
des Olymp. Bruder Hermanubis, wo ist Deine Position?
HERMANUBIS: Auf
dem Umfang des Rades. Und Deine?
TYPHON: Auf dem Umfang des Rades.
HERMANUBIS: Laß uns das Zentrum des Rades suchen.
Sie erheben
sich mit SPHINX und bewegen sich immer schneller um den Umfang. Sie kehren
erschöpft zu ihren Plätzen zurück.
TYPHON: Bruder Hermanubis, wir
sind dem Zentrum des Rades nicht näher gekommen.
HERMANUBIS: Wir sind
nicht näher beim Zentrum des Rades.
TYPHON: Hast Du keine Botschaft
von den Göttern?
HERMANUBIS: Keine, Bruder. Laß uns ein Orakel der
Götter suchen.
Sie erheben sich und gehen um den Umfang, halten an
und werfen sich vor der SPHINX zu Boden.
HERMANUBIS: Heil sei Dir,
die Du das Geheimnis des Jupiter hast! Wir flehen Dich an,
erkläre uns
das Mysterium, durch welches wir das Zentrum des Rades erreichen mögen.
SPHINX: spielt ein rätselhaft sarkastisches Musikstück/ Serenade:
Drdla.
TYPHON: geht verschreckt zu seinem Platz.
HERMANUBIS: geht
verwundert zu seinem Platz.
SPHINX: Weder durch Trägheit, noch
durch Aktivität kann mein Geheimnis jemals erlangt
werden. Weder durch
Gefühl, noch durch Vernunft kann ich jemals verstanden
werden. Wie
solltet ihr dann das Zentrum des Rades erreichen?
HERMANUBIS: Mutter
des Mysteriums, welches ist Deine Position auf dem Olymp?
SPHINX: Auf
dem Umfang des Rades.
C.I.C.T.:
Gefühl und Gedanken und Ekstase
sind meine Feiern.
Ins All geworfen wie Planeten von der Sonne
sind sie nur Satelliten des Einen.
Aber sollte deine Revolution
stoppen
wirst du unvermeidlich stürzen -
kopfüber in die innerste
Seele,
und alle Teile werden ein Ganzes.
Trägheit und Aktivität
und Friede,
Wann wirst du lernen, daß du aufhören mußt?
TYPHON:
Wie soll ich von Lethargie lassen?
HERMANUBIS: Wie soll ich Aktivität
löschen?
SPHINX: Wie soll ich Ekstase aufgeben?
C.I.C.T.: Was
leuchtet auf Euren Stirnen?
S.H.T. zusammen: Das Auge im Dreieck.
C.I.C.T.: Was flammt auf Eurer Brust?
S.H.T. zusammen: Das
Rosenkreuz.
C.I.C.T.: Brüder des Rosenkreuzes! Aspiranten des
Silbernen Sterns! Nicht bevor diese
zerstört sind, könnt Ihr das
Zentrum des Rades erreichen.
Wenn der Frost der Erde
schwarz-brüstig sich dem Glanze entgegenhebt-
Die Sonne Millionen
Bergkämme rötet, und die Blüten der Wälder tanzen
Mit dem Licht, das
entgegenschimmert im Morgengrauen, und mit der Blume
Aus des Windes
Wange, die sich duckt in des verborgenen Tales Dunkel;
Dann wand're
ich in den weiten Wäldern nachdenklich auf einsamen Pfaden
Unvergeßliche Orte, die sich hinter den glänzenden Strahlen verbergen;
Der Osten mit all seiner Pracht, der Westen mit all seinem Frieden;
Und die eigensinnigen Lichter wachsen zart, die harten Töne schweigen
und verschwinden.
In den Rädern der Himmel rotierend, Mysterien von
Leben und Tod,
Im Leib der Zeit sich auflösend, eine neue Erde und
neue Himmel formend -
Ewig verändernd, ewig wachsend, ewig abnehmend,
ewig geliebt
Ewig wert der glühenden Leiden die eine zweifelhafte
Träne hervorbringen.
Diese sind mit mir, diese sind von mir, diese
billigen, diese gehorchen,
Wähle mich, bewege mich, fürchte mich,
liebe mich, Meister der Nacht und des Tages.
Diese sind wirklich,
diese sind Illusion; ich bin wie sie, falsch oder schwächlich,
Wahr
oder dauernd, alles ist Vereinigung in des Schattens Schleier,
Bis der
Wissens-Lotus blühend die Welt hinter seinem Stamm verbirgt;
Weder ich
noch Gott, lebenspendend, finden ein Gegenstück in ihnen.
Wie ein
Geist in einer Vision ein Gesicht voller Furcht zeigt,
Lacht der
Schauende, um zu verhöhnen, nur kommt es zum Verschwinden,
Götter und
Sterbliche, Geist und Materie, in der glühenden Blüte zu trennen:
Ader
von Ader reißen sie und zerschmettern, und sind Nicht für immer.
In
den gesegneten, den erleuchteten, perfekten Augen ziehen die Visionen
vorbei,
Kommen und gehen, arme ängstliche Schatten, hinterlassen
keinen Fleck auf dem Glas.
Ein letzter Schlag, o herzloser Meister,
eine letzte gewisse Gelassenheit des Willens,
Und der Verursacher des
Desasters wird geschlagen und still gehalten.
Brenne du, du Herz der
Materie, zu des Geistes höchster Flamme,
Bewußtsein und Sinne zu
zerschmettern, ruiniert das Aussehen, die Form und Name!
Zerschmetter,
seen-reflektiertes Spektrum; See, erhebe dich in Nebel zur Sonne,
Sonne, löse dich auf in Schaum von Nektar, und des Meisters Arbeit ist
getan.
Nektar, parfümiere milde schleichend, herrschaftlich und süß
und stark,
Reinige die Welt mit heilendem Licht in dem uralten Haus
der Falschheit!
Befreie eine Million Million Sterblicher vom Rad, auf
das sie gestoßen wurden!
Öffne weit die mystischen Portale, und seid
allesamt verloren!
Eine Pause.
SPHINX -1. HERMANUBIS -1.
TYPHON -1.
C.I.C.T. -1.
Eine Pause.
TEIL III
TYPHON: Ich wünsche, daß das Bankett beginnen möge.
HERMANUBIS: Bruder Typhon, ich werde das Orakel befragen. Mutter des
Mysteriums, ich bitte
Dich, daß das Bankett beginnen möge; denn es ist
sicher notwendig,
daß dies getan werden soll.
SPHINX: Dreht
sich um, verbeugt sich und streckt C.I.C.T. in stummer Bitte ihre Hände
entgegen.
C.I.C.T.: -1. Ich beachte nicht die Leidenschaft, oder
die Vernunft, oder die Seele des
Menschen. Mutter des Mysteriums,
verkünde meinen Willen.
SPHINX: Spielt das erhabenste Stück, das
sie mag- Samadhilied: Waddell; leidenschaftslos,
da jenseits von
Leidenschaft.
HERMANUBIS: Dies bedeutet mir nichts.
TYPHON:
Ich fühle nichts.
C.I.C.T.: -1. Mutter des Mysteriums, verkünde meinen
Geist.
SPHINX: Spielt ein kaltes, leidenschaftsloses,
intellektuelles Stück. Adagio: Brahms.
HERMANUBIS: Ah! Ah! Dies
ist Musik; dies ist das Geheimnis von Jupiter.
TYPHON: Ich fühle
nichts.
C.I.C.T.: -1. Mutter des Mysteriums, verkünde mein Herz.
SPHINX: Spielt ein intensiv sinnliches, leidenschaftliches Stück.
Preislied: Wagner.
TYPHON: Ah! Ah! Dies ist Musik; dies ist das
Geheimnis von Jupiter.
HERMANUBIS: Verflucht! Verflucht! sei die Seele
der Unreinheit, der Körper der Sünde!
C.I.C.T.: -1. Wie solltet ihr,
meine unversöhnlichen Kinder, am Bankett von Jupiter
teilnehmen, oder
zum Zentrum des Rades kommen? Denn dies ist das Geheimnis
Jupiters,
daß Er, der Euch geschaffen hat, in jedem von Euch ist, doch getrennt
von Euch allen; vor Ihm seid ihr gleich, rotierend in Raum und Zeit;
doch Er ist
unbewegt darin.
Eine Pause.
TYPHON: -1.
rezitiert:
Süß, süß sind Mai und Juni, Liebste,
Die Liebe, sie
brennt hell,
Unsere Lampe ist der hängende Mond, Liebste,
Unser
Dach die Sterne, die singen;
Das Bett, von Moos und Rosen;
Die
Nacht, so lang wie der Tod!
Immer noch, Atem!
Leben erwacht und
antwortet,
Liebe belebt alles!
Süß, süß, wenn Löwe und
Jungfrau,
Der bunte Monat aus Gold,
Hinunterstürzt, mit
Sonnenlicht beladen,
Und die Augen sind groß und blank.
Lebenserfüllte Brüste entblößen
Ihre warmen erregenden Tiefen -
Liebste, schlaf! -
Und Geliebte liegt bei Geliebtem
Auf
luftigen Höhen.
Ah! Süßer war September -
Der bernsteinfarbene
Regen der Blätter,
Nicht zu vergessen, die Ernte,
Die Fülle
sonniger Garben.
In den geruchserfüllten Gärten,
In Obstgärten
schwer behangen.
Die Liebe warf
Die wahnsinnigen Tage fort
Mit
gekräuselten Lippen, die zugebissen.
Ah! Süßer immer noch Oktober,
Wenn die braunroten Blätter grau werden,
Und die Düsternis drückt
auf das nüchterne
Zwielicht des Tages.
Schwarze Träume und
Schatten spannen sich
Tropfen durch das Lebensbuch
Der
Menschenseele.
Erheb' dich, schüttle den feinen Weihrauch
Der
durch die grausame Asche verdeckt wird!
Noch süßer, wenn der
Schütze
Seinen seidenen frostigen Pfeil
Auf die Erde losläßt, daß
kein Mensch
Zögert oder verloren ist.
Die unfruchtbaren Wälder,
verödet.
Verlorene Echos unserer Seufzer -
Liebe - stirbt? -
Liebe lebt - in Granit gekleidet,
Und unter eichenem Himmel.
Aber am besten ist der grimmige Dezember,
Die Kraft des
Ziegengottes;
Der Satyr bläst die Asche,
Und Schmerz ist die Blume
der Leiden;
Wenn Blut über Küsse tropft,
Und Irrsinn schluchzt
zwischen den Reben: -
Ah, Mein! -
Die Schlange erhebt sich und
zischt
Und beißt zu und - Ich bin Dein!
Er setzt sich in Richtung
von C.I.C.T. zu Füßen der SPHINX nieder.
HERMANUBIS: -1.
rezitiert:
O Gewundene und Zusammengerollte und Auserwählte!
O
Gequälte und Gedrehte und Geflochtene!
Tiefe Quelle meiner gefrorenen
Seele,
Der Schlaf der Wahrheit des Geistes!
Wie eine große
Schlange gewunden
Um den Weinstock der Welt!
O Schläfer durch
Zwielicht und Nacht!
O gewechselt von weißem Licht zu grauem Licht,
Von Grau zu dem einen schwarzen Licht!
O Stille und Lärm
In
der weiten Tiefe!
O Schlange vom Ausmaß einer Rüstung
Um die
Brust eines Lords einzuschnüren!
Nicht taub gegenüber der Stimme der
Bezauberung,
Nicht blind gegenüber dem Streich eines Schwertes!
Ich schlage in die Tiefe
Daß du dich in deinem Schlaf bewegst!
Erhebe dich aus meinem innersten Sein!
Hebe dein
edelsteingekröntes Haupt zu meinem Herzen!
Erhebe dich, bis die Augen,
die sahen
Blind sind, und ihr Leben entschwindet!
Bis die Augen,
die blind waren
Eine Leuchte für meinen Geist sind!
Entwinde
schnell deinen Leib in mir, sterbend,
Versunken im Empfinden der
Schlange!
Beweg dich! Verlasse den Blumenthron, und fliege aufwärts!
Zisch einmal, und zische dreimal, und erwache!
Dann kröne mich und
halt dich fest!
Blitze auf - und springe!
Blitz' auf, auf dem
Feuer des Altars,
Die Steine, und das vergessene Opfer;
Bis die
drei Welten flackern und straucheln,
Und Leben und ihre Liebe tot
sind!
In mystischer Freude
Wach auf - und zerstöre!
Er
setzt sich in Richtung von C.I.C.T. zu Füßen der SPHINX nieder
SPHINX: -1.
C.I.C.T.: -1.
SPHINX: spielt eine
Verzauberung/ Andante: Mendelsohn.
C.I.C.T.: rezitiert:
Erhebt
diese Liebe in Frieden und Segen,
Die Sternenseele des Weines,
Der
Zerstörung schrecklicher Kuß,
Die Leuchte des Göttlichen:
Dieser
Schatten eines nobleren Namen
Dessen Leben Streit ist, dessen Seele
Ruhm!
Ich will lieber die Seele erhöhen
Des Menschen, zu
luftigen Höhen,
Und sie an einer lebendigen Glut anzünden,
Der
subtilen Seele des Lichtes.
Von dieser sanften Pracht eines Traumes
Komme ich und suche das höchste Selbst.
Diese Welt ist
schattenhaft wie
Die Bitterkeit des Schweigens.
Eitel sind die
kleinen Lichter der Liebe!
Das Licht des Lebens ist eitel!
Leben,
Tod, Freude, Trauer, Alter und Jugend
Sind Phantome einer kommenden
Wahrheit.
Hinter der Pracht der Welt,
Falscher Glitzer des
Goldes,
Schlummert eine eingerollte Schlange
In der Weisheit
heil'gen Kälte.
Leben ist das Brennen der Flamme.
Tod ist das
Aussprechen des Namens.
Die Stirn dieser Schlange ist glänzend
Mit einem unsterblichen Stern,
Ihre Windungen mit lebendem Licht
glühend,
Wo der Neophyt schläft
Bis sie erwacht. Alle schwarzen
Träume
Und die Dinge, die nicht sind. Sie scheinen bloß.
Der
Stern auf dem Kopf der Schlange
Wird "die Seele des Menschen" genannt.
Dieses Licht im Schatten schüttet subtil
Den Glanz auf den Plan
des Lebens.
Der See, auf dem der Lotos wächst
Ist der Abyss der
Gedanken, mit Tränen und Leid.
Verlasse Sardinien! Vergiß auch
Griechenland!
Sie sind nicht da!
Mit Gottesdienst kommt kein
Friede,
Die Stille nicht mit Gebet.
Verlass die Illusionen, Leben
und Zeit
Und Tod, und suche nach dem erhabenen Stern.
Bis der
Lotos und der See
Und die Schlange nicht länger mehr sind,
Und
einzig durch die Ewigkeit
Der Stern allein existiert,
Und
äußerstes Wissen erwächst, und sich einstellt,
Das, was hinter dem
Frieden liegt.
GANYMED: tanzt und fällt wie tot um.
TYPHON: O,
daß doch das Bankett Jupiters beginnen möge!
HERMANUBIS: O, daß doch
das Bankett Jupiters beginnen möge!
SPHINX: O, daß doch das Bankett
Jupiters beginnen möge!
C.I.C.T.: Laßt das Bankett Jupiters beginnen!
Alle begeben sich außerhalb des Schleiers, außer C.I.C.T. und
SPHINX. HERMANUBIS und TYPHON schließen den Schleier und bewachen ihn.
Stille.
C.I.C.T.: -1-333.
SPHINX: -22-22.
HERMANUBIS
und TYPHON öffnen den Schleier. SPHINX steht vor dem Altar. C.I.C.T. ist
verschwunden. Er ist in eine weiße Robe, ein Pantherfell und eine
weiß-goldene Nemmys gekleidet. HERMANUBIS, TYPHON und die anderen kehren
zu ihren Plätzen zurück. HERMANUBIS und TYPHON kommen vor und grüßen
SPHINX.
TYPHON: -1. Mutter des Mysteriums, hast Du das Geheimnis
von Jupiter?
HERMANUBIS: -1. Mutter des Mysteriums, hast du das
Geheimnis von Jupiter?
SPHINX: spielt eine triumphale Melodie /
Obertass: Wieniawski.
TYPHON: Bruder Hermanubis, an welchem Ort
befinden wir uns?
HERMANUBIS: Auf dem Gipfel des Berges Kithairon.
TYPHON: Procul, o procul este viri!
Alle männliche Kandidaten
ziehen sich hinter die Bühne zurück.
TYPHON: Schwestern, laßt uns
den im Sohn offenbarten Vater invozieren.
SPHINX: Per Spiritum
Sanctum. Amen.
Sie kehrt zu ihrem Platz auf dem Rad zurück.
MÄNADEN: Evoe! Evoe Ho! Iacche! Iacche!
TYPHON:
Heil,
o Dionysos! Heil!
Beflügelter Sohn Semelé's!
Heil, o Heil! Die
Sterne sind bleich;
Das Mondlicht ist im Tal verborgen;
Verborgen
auch das Sonnenlicht im See.
Gesegnet sind die Vielen
Die den
Gott sehen; Er bewegt
Mit reiner, unbefleckter Seele,
Sich in die
Götterrunde mischend,
Die vielen mystisch Liebenden.
Heilige
Jungfrauen weben eifrig
Tänze für die Große Mutter,
Bacchanal für
Bacchus auch!
Umschlingen seinen Narthexstab, und lassen
Irdische
Freuden im Irdischen ersticken!
Io! Evoe! Schwestern, vereinigt
euch
im Chor, im Tanz, und schwelgt!
Der Göttliche, der eine
Geist,
Er soll in jeder Vene klingen.
Gesunder Menschenverstand
und Sorge zum Teufel!
Vereinigt Euch in lachendem Takt,
Hand
und Mund zu Brust und Hüfte!
In enthusiastischem Vergnügen
Ergreift den einzigartigen Schatz!
Lachen der erlösenden Ekstase!
Schwestern! Schwestern! Erhebt Eure Stimmen
in begeistertem
göttlichen Entzücken!
Jetzt, wo die Sonne untergeht; jetzt ist die
Wahl
Wer Rebell ist oder sich freut,
Im Murmeln der mystischen
Nacht.
Io! Evoe! Dreht Euch prächtig!
Tanzt, ihr Mädchen,
heiter und gelöst!
Clothos Aufgabe ist angemessen beendet.
Atropos, deine Kraft ist vergangen!
Ho, Lachesis! Leg dein
Weberschiffchen fort!
Web' die Menschentänze zusammen
Und
misch sie mit dem Leben von Steinen und Bäumen!
Laß das wahnsinnige
blaue Wetter
Alle Geister binden mit einem Seil,
Überwältigende
Ekstasen!
Io! Evoe! ich werde schwach, ich stürze,
Ohnmacht in
purpurnem Licht; die Traube
Ertränkt meinen Geist im Drehen.
Liebe
mich, liebe mich überall,
Geist in Geistesgestalt!
Alles
ist eins! Ich flüstere. In der Ferne
Rufen sie, Evoe, Evoe!
Evoe,
Iacche! Sanft, eindringlich
Wie das beharrliche Echo einer Stimme: -
Heil! Agave! Autonoe!
TYPHON: verläßt die Bühne.
AGAVE: Evoe, Ho! Iacche! Heil, Oh Heil! Preist ihn! Welche Träume
sind das?
AUTONOE: Schwestern, Oh Schwestern!
AGAVE: Sage, sind
unsere Brüder auf den Felsen erwacht?
AUTONOE: Der Löwe brüllt.
MÄNADEN: Oh, lauscht der Schlange!
AUTONOE: Evoe, Ho! Gib mir zu
trinken!
AGAVE: Renne wild! Berg um Berg laßt uns überspringen, Wie
Tiger auf ihrer Jagd!
MÄNADEN: Zermalme, zermalme die Welt!
AGAVE:
Zerstampfe die Erde, wie eine Weinpresse es tut.
AUTONOE: Trinke ihr
Blut, Den lieblichen roten Wein!
MÄNADEN: Ja, trinke die alte Erde
trocken!
AGAVE: Quetsche die letzten Tropfen heraus, bis die Form
zusammenfällt
wie ein alter Weinschlauch!
AUTONOE: Wie das
schnelle Auskosten unter den Sternen!
AGAVE: Die flüchtigen,
flüchtigen Sterne!
MÄNADEN: Oh Nacht! Nacht, Nacht, senkt sich dunkel
und untrüglich herab!
AUTONOE: Senkt sich sanft und lieblich!
AGAVE: Ächzend in Liebe liegen die Wälder.
AUTONOE: Das Land ruht
trauernd, Wartend auf unsere Küsse.
MÄNADEN: Alle wilden Geschöpfe
warten auf die Küsse welche sich in Blut verwandeln.
AGAVE: Blut!
Blut! Bringt Wein! Ah! Bromius, Bromius!
MÄNADEN: Komme hervor und
liege uns bei!
AUTONOE: Uns, Jungfrauen jetzt Und damals und für
immer.
AGAVE: Rein, Rein! Unsere Tollheit hat keinen Zug von
Grausamkeit,
Keinen Beigeschmack von Schändlichkeit im Mund am Morgen.
AUTONOE: Oh Mund von reifen, roten, sonnigen Trauben!
Gott! Gott!
Evoe! Erscheine! Verweile!
AGAVE: Ich fühle die Schwingen Der Liebe,
des Mysteriums; es wehen
sanfte Ströme von Nachtluft um meine erhitzte
Brust und Stirn.
MÄNADEN: Er kommt! Er kommt!
AGAVE: Still, O
Mädchen, und Ruhe!
Des Gottes allerheiligste Anwesenheit
verlangt
nach der Hymne,
Der feierlichen Hymne, der Hymne der Agonie,
damit
wir nicht
In der Luft des Glanzes, die das Kind von Semele umgibt,
Die Erde und die leibliche Gegenwart von Zeus, dem Erzeuger,
vergessen.
AUTONOE: Ja, Schwestern, stimmt den Gesang der
Ausschweifung an!
Erhebt eure wein-süßen Stimmen, bewegt eure
wein-seligen
Glieder in freudvoller Anrufung!
MÄNADEN: Ja, wir
singen!
AGAVE:
Heil, Kind von Semelé!
Dir und ihr
Sei
Ehrerbietung, sei Göttlichkeit, sei Unsterblichkeit!
Schande!
Verrat der Braut
Des Hauses des Olymp,
Hera! Dein grimmiger Trick
gegen die süßen Gelage!
Siehe! In rotem Gebrüll und in Flammen
Fiel Zeus! Welchen Anspruch
Um das unsterbliche Feuer zu fühlen,
hatte diese Dame aus Theben!
Gefangen in der feurigen Welle,
Gab sie ihre Liebe und Leben
Mit einem letzten Kuß um das
ungeborene Kind zu retten.
Und du, o Zeus, der Herr
von
Bromius - schrecklicher Jäger! -
Ergriffst das ungeborene Baby vom
olympischen Feuer!
In deiner eigenen heiligen Lende
Die
melancholische Nachkommenschaft,
Verbargst du, füttertest du mit
Licht, Ambrosia und Sanftheit.
Ay! Mit dem Schlangenhaar
Und
göttlichen Gliedern
Sprangst du, Dionysos, in die Luft, die wie Nektar
war!
Ay! Diese Träume des Schicksals
An die wir uns nicht
wagen, zu erinnern,
Verbinden sich verliebt in schlängelndem Verderben
Freund und Gefährte.
O Dionysos, höre!
Komm näher, sei
schnell, sei nah,
Flüstere bezaubernde Worte in jedes Ohr!
O
Dionysos, beginne!
Wie ein apollonischer Pfeil!
Begrabe dein
gehörntes Haupt in jedes blutende Herz!
1.MÄNADE: Er ist hier! Er
ist hier!
AUTONOE: Tiger, erscheine!
AGAVE: Auf das Klatschen
meiner Hand
Und auf den Wunsch meines Stabes,
Gehorche!
AUTONOE: Ich habe einen Triumphwagen gefunden, geschmückt
Mit Efeu
und Reben, und dem geheiligten Lorbeer,
und dem Geruch von
Salbei-Büscheln,
Und der kunstvollen Blume der kretischen Gartenlaube;
Die Kraft Dittanys und die Liebe des Rittersporns,
Und die Blüten
des Stechginsters darum und darüber.
AGAVE: Der Tiger und Panther sind
hier auf meinen Ruf!
Ho, Mädchen, umspannt da ihre Seiten!
1.MÄNADE: Hier bin ich!
2.MÄNADE: Und ich! Wir sind bereit!
AGAVE: Stark jetzt und standhaft!
1.MÄNADE: Der Tiger ist
angeschirrt!
2.MÄNADE: Die Nachtigall spornt unsere Arbeit an
Von
ihrem weit entfernten Nest aus.
3.MÄNADE: Die ionische Brandung tost
zurück zu unserem Lied.
4.MÄNADE: Aha! denn der Hohn der thebischen
Weisen ist
Verloren, verloren, verloren!
Dem Wein, der unser Leben
aufwühlt, ist Geltung verschafft!
AGAVE: Die Geister, die umgehen, die
Steine und der Fluß,
Die Moore und die Wälder, die Felder und die
Fluten,
Sind mit uns auf ewig!
1.MÄNADE: Sind mit uns auf ewig!
Evoe! Evoe!
AUTONOE: Agave! Er kommt!
AGAVE: Rufe Ho! Autonoe!
ALLE: Ho! Ho! Evoe, ho! Iacche! Evoe! Evoe!
AGAVE: Die weiße Luft
summt von der Kraft des Geistes.
Wir sind Erben: wir folgen nach.
Unsere Freuden sind wie die ihren;
Verwebe die Freude des Kusses
mit deinen Gebeten!
Ho! Für die Wonne des Kelches und der Rute.
Er
kommt! O Liebhaber! O Freund und o Gott,
Bedecke uns, bedecke unsere
Gesichter,
Und schwebe über uns und in uns!
Fein beschuht, fein
gekleidet, sein Zauber spinnt uns
Ein Gewebe von Verlangen.
Fein
wie Feuer kommt er unter uns.
Das ganze Firmament ist entflammt mit
Entzücken,
Wonne, die uns reizt, die Leidenschaft der Nacht.
Die
Nacht ist unsere Gebieterin!
Jene Strähne und diese Strähne verwebt
sich
Mit deinem Wind zu tief-gerankten Locken!
Leidenschaftliche
Wonne! Entzücken auf Entzücken!
Unsere Hymnen erobern den Kuß des
Bromius zurück.
Gesegnet unsere Seelen! Gesegnet dies sogar!
Wir
erreichen die Ziele des gestirnten Himmels!
Daphne, und Atthis, und
Chrysis, und Chloe,
Vereinigt euch, Mädchen! Evoe! Evoe!
C.I.C.T. besteigt den Altar; er trägt eine weiß - goldene Robe
und ein Pantherfell, sowie eine
weiß - goldene Nemmys. Nachdem er
seinen Schleier geöffnet hat, hebt er die Arme
zur Segnung und
rezitiert.
Ich bringe euch Wein von oben,
Vom Faß der
verborgenen Sonne;
Für jeden, der jemanden liebt,
Und Leben für
jedermann.
Ihr sollt tanzen auf Bergen und in Tälern;
Ihr sollt
singen in Tiefen und Höhen,
Im festlichen, mystischen Schwelgen
Des entzückenden bacchantischen Rituals!
Die Felsen und Bäume sind
dein,
Und die Wasser unter den Felsen,
Bei der Kraft dessen, der
aushält
Den Heiligen Himmel des Willens!
Ich entzünde eine Flamme
wie ein Sturzbach
Der von Stern zu Stern eilt;
Dein Haar ist eines
Kometen Schrecken,
Du wirst die Dinge sehen, wie sie sind!
Ich
hebe die Maske der Dinge;
Ich öffne die Herzen der Menschen;
Denn
ich bin die Kraft, die zerschmettert,
Die Form, die verbirgt - Pan!
Deine Liebe wird das Gemetzel auflecken
Und in Rosen von Blut
herumpfuschen;
Jede einsame Lieblingstochter
Soll in der glühenden
Flut schwimmen.
Ich bringe Euch Gelächter und Tränen,
Und Küsse
die schäumen und bluten,
Die Freude von Millionen Jahren,
Die
Blumen, die keinen Samen haben.
Mein Leben ist bitter und unfruchtbar,
Seine Flamme ist ein wandernder Stern.
Ihr sollt vergehen in
Vergnügen und Gefahren
Über die mystische Schranke
Die für Grimm
und Weinen gesetzt wurde
Gegen die Kinder der Erde;
Aber ihr in
Singen und Schlafen
Sollt vorübergehen in Maß und Frohsinn!
Ich
erhebe meinen Stab und winke Euch
Über Hügel und Berge von Entzücken;
Meine rosigen Flüsse sind verschwenderisch
Im geheimen glänzenden
Licht.
Ich führe dich, Herr des Labyrinthes
In der Dunkelheit, die
ohne Sonne ist;
Im Groll des Trotzes, der des Tages ist;
Wir sind
getraut, wir sind wild, wir sind Eins!
Die Lichter gehen aus und
die Gesellschaft verbindet sich zu einem allgemeinen Tanz.
HERMANUBIS: Ruhe!
TYPHON: Ruhe!
C.I.C.T.: 1-333. Das
Geheimnis des Vaters liegt in dem Geheimnis des Sohnes.
SPHINX: 22-22.
Und das Geheimnis des Sohnes liegt in dem Geheimnis des Heiligen Geistes.
GANYMED: 4444. Gloria patri.
HEBE: Et filio.
TYPHON: Et
spiritui sancto.
HERMANUBIS: Ut erat in principio.
SPHINX: Et nunc
est.
C.I.C.T.: Et erit semper.
ALLE: Amen.
SPHINX fastend
HERMANUBIS Gesang
TYPHON
schwelgend
C.I.C.T. Würde
SPHINX Musik
HERMANUBIS Tanz
TYPHON Liebe
C.I.C.T. Das Ende
THYPHON schließt
den Vorhang.
oOo
Text übersetzt von
N.N. / Allala
Oasis, April 1991 e.v.
Gedichte übersetzt von
The late Frater
Odhinn / HET MUT Oasis