D a s O U I J A B r e t t :
E i n e B e m e r k u n g
von Meister Therion
Stell dir vor, irgendein Fremder kommt in dein Büro und beginnt, deinen Angestellten
Anweisungen zu geben. Stell dir vor, irgendeine fremde Frau käme in dein Schlafzimmer
und bestünde darauf, deine Hostess zu sein. Du wärst ganz schön durcheinander.
Und dennoch, ein paar Leute sitzen herum und bieten ihre Hirne und Hände (welche
nach all dem, wichtiger als Büros und Schlafzimmer sind) irgendwelchen fremden
Intelligenzen an, die so herum streunen. Diese Leute benutzen das Ouija-Brett
ohne die geringsten Vorsichtsmaßnahmen.
Die Feststellung der Identität eines Geistes
mit gewöhnlichen Mitteln ist ein sehr schwieriges Problem, aber die
Mehrheit der Leute, die mit Okkultismus herumspielt, macht sich darüber
keine Sorgen. Sie bekommen irgendwas, und es scheint sie nicht weiter zu
kümmern, was. Jede Nichtigkeit, jeder Schwachsinn, jedes Stück Mist wird
nicht nur nach dem augenscheinlichen Wert angenommen, sondern ihm ein
außerordentlich übertriebener Wert zugesprochen. Die schrecklichste Poesie
wird mit Shelley verglichen, wenn sie nur durch die Planchette autorisiert
wird!
Da ist, wie auch immer, ein guter Weg dieses Instrument zu
benutzen und das, was du willst, zu bekommen. Und zwar sollte man die
gesamte Operation in einem geweihten magischen Zirkel abhalten, so daß
sich keine unerwünschten fremde Kräfte einmischen können. Du solltest die
richtigen magischen Invokationen durchführen um genau den Geist
herabzurufen, den du willst. Dies ist vergleichsweise leicht. Ein paar
einfache Instruktionen sind alles, was nötig ist und ich freue mich, diese
kostenlos jedem, der sie anwenden möchte, zu geben.
Es ist nicht sehr leicht den Geist eines toten Menschen zu rufen, denn die menschliche
Seele, die göttlich ist, ist durch andere menschliche Seelen kontrollierbar: doch
es ist weiterhin weder erwünscht noch legitim, dies zu tun. Aber was getan werden
kann, ist die astralen Überbleibsel der Toten vom Akasha aufzulesen und daraus
einen konkreten Geist zu gestalten. Diese Operation wiederum ist nicht besonders
nutzbringend. Die einzig legitime Arbeit dieser Art ist, mit einer wirklich hohe
Intelligenz in Kontakt zu kommen, die wir der Bequemlichkeit halber Götter, Erzengel
und ähnliches nennen. Diese können uns wirkliche Informationen geben, was etwa
für unseren Fortschritt nötig ist. Und es steht in Zoroasters Orakel geschrieben,
daß die gesegneten Unsterblichen den beharrlichen Sterblichen schnell zueilen.
Finis
Zuerst publiziert in "The
International" (New York) XI:10 Oktober 1917 e.v.
Übersetzt von
Fr..Sobek-Ra